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Dominikanerinnenkloster Wettenhausen hat neue Priorin

„Großer Vertrauensbeweis“

WETTENHAUSEN – Das Kloster der Dominikanerinnen in Wettenhausen hat eine neue Priorin. Es ist Schwester Theresia Mende (67). Sie war in der Leitung des Klosters seit 2021 – nach dem Tod von Schwester Alberta – bereits als Subpriorin tätig. Die neue Subpriorin ist ihre Amtsvorgängerin Amanda Baur.

Aufgewachsen ist Schwester Theresia Mende im Pfälzer Wald an der Grenze zu Frankreich. Unter sieben Kindern war sie in der Mitte, wie sie erzählt. Schon in der Grundschule bewunderte sie eine Tante, die ebenfalls Dominikanerin war. Immer wieder schaute sie auf ein Foto, auf dem diese auf einem Esel durch eine schöne Gebirgslandschaft in Peru ritt – sie war dort in der ­Mission. „Das war eigentlich meine Motivation, aufs Gymnasium zu gehen, um später auch als Missionarin in Peru auf einem Esel reiten zu können“, sagt sie lachend. 

Das Abitur machte sie an der Edith-Stein-Schule in Speyer, die von Dominikanerinnen betrieben wurde. Anschließend studierte Theresia in Trier Diplom-Theologie und Lehramt für Deutsch an Gymnasien. Danach promovierte sie in ­katholischer Theologie über das Buch Ijob im Fach Alttestamentliche Exegese. 

Eigentlich wäre sie gerne in die Mission gegangen, aber ihr Orden überzeugte sie, dass sie in Deutschland dringender gebraucht würde. An ihrer alten Schule arbeitete sie zuerst als Lehrerin, dann in den letzten 13 Jahren als Schulleiterin. 2010 wurde die Schule aus Mangel an Berufungen einer Stiftung übergeben. 

Danach schickte sie der Bischof zurück in den Pfälzer Wald, in den kleinen Wallfahrtsort Maria Rosenberg. Dort baute sie mit zwei Mitschwestern ein geistliches Zentrum auf. 2015 wechselten die drei Schwestern ins Kloster Wettenhausen. Die damalige Priorin Amanda ist bis heute dankbar für ihre Kraft und ihre Ideen. Theresia empfindet es als großen Vertrauensbeweis, dass sich der Konvent bei der Wahl der Priorin im Mai dieses Jahres für sie entschieden hat, nachdem Priorin  Amanda nach drei Wahlperioden nicht mehr antreten durfte. 

Baulich ist das größte Problem der neuen Priorin die Renovierung des Ostflügels, wo sich der Kreuzgang befindet und die Klausur, wo die Schwestern wohnen. Die dafür veranschlagten zwölf Millionen werden aufgrund von Preissteigerungen vermutlich nicht mehr reichen. Obwohl es einen Geschäftsführer gibt, liegt die letzte Entscheidung über die baulichen Anliegen bei der Priorin und den drei Ratsschwestern.

Ein Kloster im Aufbau

Was die Gemeinschaft der Schwestern angeht, ist es für die neue Priorin das wichtigste, die jüngeren Mitglieder des Klosters gut in die Gemeinschaft zu integrieren. Daran arbeitet sie mit Novizenmeisterin Schwester Mechthild. Im Moment hat Wettenhausen zwei Novizinnen und eine Postulantin. Die Altersspanne der elf Schwestern reicht von 26 bis 90 Jahre. „Wir sind ein Kloster im Aufbau. Ich werde oft gefragt: Wie viele seid ihr noch? Dabei sollte man besser fragen: Wie viele seid ihr schon?“, sagt die neue Priorin. 

Neue Subpriorin ist die bisherige Priorin Schwester Amanda. Mit 81 Jahren empfindet sie es als Erleichterung, jetzt nicht mehr die letzte Verantwortung zu haben.  

Martin Gah

14.08.2022 - Bistum Augsburg