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Mosambik

Kirchen und Politiker verurteilen Mord an Ordensfrau

Kirchenvertreter und Politiker im südlichen Afrika haben die Ermordung einer aus Italien stammenden Ordensfrau in Mosambik verurteilt. Dabei erinnerte der Erzbischof von Nampula, Inacio Saure, an alle Opfer der islamistischen Offensive in dem südostafrikanischen Land. Er sprach laut örtlichen Medien (Donnerstag) von einem "äußerst gewaltsamen Krieg", der soziale Infrastruktur zerstöre und vorwiegend die Leben von Armen fordere.

Mosambiks Präsident Filipe Nyusi bestätigte Augenzeugenberichte, wonach Extremisten seit dem Wochenende mindestens sechs Menschen enthauptet hätten. Drei weitere Zivilisten seien entführt und Dutzende Häuser in Brand gesteckt worden. Schauplatz der Attentate waren die Unruheprovinz Cabo Delgado und die südlich gelegene Region Nampula. "Wir betonen, dass der Kampf gegen Terrorismus weitergeht, denn Terrorismus kennt keine Grenzen", wird der Staatschef zitiert.

Wie die BBC (Donnerstag) berichtet, hat die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) die Ermordung der Ordensfrau Maria De Coppi und drei weiterer Christen für sich reklamiert. Mit dem Anschlag am Dienstag wollte die Gruppe nach eigenen Worten die "Verbreitung des Christentums" stoppen. Entsprechend habe man bei dem Attentat eine Kirche, zwei Fahrzeuge und anderen Besitz der Missionare verbrannt.

"Tief besorgt" zeigte sich auch die Bischofskonferenz des Südlichen Afrika (SACBC) über die Entwicklungen. In einer Solidaritätsbekundung betonte Bischof Sithembele Sipuka in Pretoria: "Es gibt nichts, wodurch wir euch in dieser Stunde trösten könnten, außer durch unsere Zusage, dass wir mit euch trauern." Man bete für die Bewohner der betroffenen Regionen sowie für die "Umkehr" jener, die "Unschuldige ermorden".

Seit 2017 ist die Region Cabo Delgado Schauplatz von Anschlägen durch Islamisten. Diese stellten zeitweise ganze Städte unter ihre Gewalt. In den vergangenen Monaten ist es Friedenstruppen aus Ruanda und dem südlichen Afrika gelungen, die Lage unter Kontrolle zu bringen; jedoch gab es zuletzt erneut vermehrt Angriffe. Laut dem UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR lebten Ende August 946.000 Binnenvertriebene in Cabo Delgado.

Die aus Italien stammende Schwester des Comboni-Missionsordens wurde bei einem Anschlag in Mosambik getötet. Wie die italienische Zeitung "Avvenire" (Mittwoch) berichtete, wurde die Gemeinschaft mit vier Schwestern in Chipene in Südmosambik in der Nacht angegriffen. Eine der Ordensfrauen habe sich mit einigen Mädchen in einen nahegelegenen Wald retten können. Zum Schicksal der weiteren Missionsschwestern lagen zunächst keine gesicherten Informationen vor.

Der Vorsitzende der Italienischen Bischofskonferenz, Kardinal Matteo Zuppi, äußerte großes Bedauern über den Tod der Ordensfrau, die seit 60 Jahren in Mosambik gelebt habe. Nach Schwester Luisa Dell'Orto in Haiti Ende Juni sei damit erneut eine Ordensfrau Opfer eines Anschlags geworden. Er bete dafür, so Zuppi, dass Mosambik, wo nach vielen Jahren großer Stabilität die Gewalt wieder aufflamme, Frieden und Versöhnung finde.

KNA

08.09.2022 - Afrika , Orden , Terror