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Gewalt belastete Gesundheitssystem:

WHO warnt vor Seuchen in Afghanistan

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat vor Seuchenausbrüchen und lebensbedrohlichen Folgen für Schutzbedürftige gewarnt, sollte in Afghanistan die medizinische Versorgung unterbrochen werden. In Gebieten mit hohem Flüchtlingsandrang, so auch der Hauptstadt Kabul, gebe es Anzeichen von Durchfallerkrankungen und Mangelernährung, teilte die UN-Organisation am Mittwoch in Genf mit. Das Funktionieren der Gesundheitsdienste sei dringend sicherzustellen; Frauen müssten Zugang zu weiblichen medizinischen Fachkräften haben.

Als erhebliches Problem bezeichnete die WHO Anschläge auf Gesundheitseinrichtungen. Von Januar bis Juli seien 26 Einrichtungen und 31 Mitarbeiter angegriffen worden; zwölf Mitarbeiter wurden demnach getötet. Von wem die Attacken ausgingen, teilte die WHO nicht mit.

Monate der Gewalt hätte das fragile Gesundheitssystem Afghanistans schwer belastet, erklärte die UN-Organisation. Die Versorgung leide bereits angesichts der Corona-Pandemie unter einem Mangel an wichtigen medizinischen Gütern. Infolge der bewaffneten Auseinandersetzungen stieg laut den Angaben der Bedarf an Notfallmedizin und Operationen. Die Zahl konfliktbedingter Verwundungen habe sich in Einrichtungen, die mit der WHO verbunden sind, gegenüber dem Vorjahr verdreifacht - auf fast 13.900 Fälle im Juli im Vergleich zu rund 4.060 im Juli 2020.

KNA

18.08.2021 - Ausland , Gesundheit , Krieg