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Das Amt in „guten Händen“

ZIEMETSHAUSEN – „Ich will ganz auf dem Weg der Tradition bleiben und Maria Vesperbild in einem guten katholischen Geist weiterführen“, erklärte der neue Wallfahrtsdirektor Erwin Reichart nach dem Festgottesdienst zu seiner Amtseinführung im Pilgerheim am vergangenen Sonntag. Er sei kein „Revoluzzer“, versicherte er.

Schon eine Stunde vor der festlichen Messe kamen die ersten Oberallgäuer aus Ronsberg, Ebersbach und Willofs nach Maria Vesperbild, um die Amtseinführung ihres früheren Pfarrers mitzuerleben. Mit je zwei Christbäumen, an denen goldene Kugeln und goldenes Flitterzeug prangte, waren die beiden Seitenaltäre und der Hauptaltar noch weihnachtlich geschmückt. Gestecke aus weißen Orchideen und weißen Weihnachtssternen ließen den Eindruck einer Symphonie in Gold und Weiß entstehen. 

„Maria Vesperbild ist für unsere Diözese ein Gnadenort, von dem viel Segen in das Bistum ausstrahlt“,  sagte Generalvikar Harald Heinrich in seiner Begrüßung. „Kommen Sie gerne an diesen Ort, weil wir Ihr Gebet brauchen“, bat er die versammelten Gläubigen.

Am Fest der Taufe des Herrn erinnerte Heinrich in seiner Predigt daran, dass mit der Taufe „in ganz einmaliger Weise unsere persönliche Geschichte mit Gott“ begonnen hat.  Glaube heiße immer, mit der Kirche und nicht neben der Kirche zu glauben. Hier sieht der Generalvikar auch die besondere Bedeutung von Maria Vesperbild. Es sei der persönliche, ausdrückliche Wunsch Bischof Konrads gewesen, Erwin Reichart als Wallfahrtsdirektor einzusetzen, „um den katholischen Glauben in seiner ganzen Fülle und Schönheit zu verkünden“. Er sei froh, bekannte der Generalvikar, dass Erwin Reichart die Nachfolge von Prälat Wilhelm Imkamp, eines sehr engagierten und treuen Dieners der Kirche, angenommen habe. Durch Maria zu Jesus laute der Sendungsauftrag von Maria Vesperbild. „Die besondere Verehrung der Gottesmuter Maria, die wir auch als Mutter der Kirche ehren,“ sagte Heinrich, „ist bei Dir, da bin ich mir gewiss, in guten Händen.“ 

Beim Ritus der Amtseinführung fragte der Generalvikar Erwin Reichart unter anderem, ob er bereit sei, den Dienst am Wort Gottes treu zu erfüllen, mit dem Bischof im Gebet Gottes Erbarmen zu erbitten, den Armen und Kranken zu helfen. Vor dem Generalvikar auf den Altarstufen knieend, antwortete Reichart auf jede Frage: „Ich bin bereit.“ Dann verlas der Generalvikar die Ernennungsurkunde. Schließlich führte er den neuen Wallfahrtsdirektor zu einem Beichtstuhl und erklärte, er möge den Gläubigen das Sakrament der Versöhnung schenken, am Ambo ermahnte er ihn, Gottes Wort zu lehren und am Altar forderte er ihn auf, sich hier die Kraft und den Segen für sein Wirken zu holen. 

Am Ende des Gottesdiensts bedankte sich der Wallfahrtsdirektor beim Bischof für sein Vertrauen und bei seinem Vorgänger, der Maria Vesperbild bundesweit bekannt gemacht habe. Beim anschließenden Stehempfang bekannte Landtagsabgeordneter Alfred Sauter, die Herzen seien für Reichart offen. Landrat Hubert Hafner verwies auf die seelsorgliche Erfahrung und zeigte sich zuversichtlich, dass Reichart alle Herausforderungen meistern werde. Der Ziemets­hauser Bürgermeister Anton Birle sagte, zwar stehe die Innensanierung der Wallfahrskirche an, aber Reichart habe bereits Bauerfahrung und außerdem stehe ihm eine engagierte Kirchenverwaltung zur Seite. Gerhard Buck