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Kindertheater „Schaubühne“ führt Bilderbuchklassiker auf der Straße auf

In Panama ist alles viel schöner!

URSBERG – Ein Klassiker für Jung und Alt ist das Abenteuer vom Kleinen Tiger und vom Kleinen Bär, die auf dem langen Weg nach Panama, dem Ort ihrer Wünsche und Träume, eigentlich auf dem Weg zu sich selbst sind. Das Kindertheater „Schaubühne“ hat die Geschichte der beiden Abenteuer auf der Straße in den Einrichtungen des Dominikus-Ringeisenwerks aufgeführt. 

Das Augsburger Kindertheater gibt es seit dem Jahr 2014. Die beiden Schauspieler Christian Beier und seine Tochter Raphaela Miré Beier treten im Theater in der Sommestraße auf, sind aber auch in Kindergärten, Schulen und anderen Einrichtungen unterwegs. Sie beiden haben die Geschichte vom Kleinen Bär und vom Kleinen Tiger in einem Theaterstück für große und kleine Leute umgesetzt. Durch den persönlichen Kontakt zu einem Mitarbeiter der Einrichtung des Dominikus-Ringeisen-Werks (DRW)für behinderte Menschen in Ursberg entstand die Idee, in der Zeit der Isolation aufgrund des Coronavirus den dort lebenden Menschen eine besondere Abwechslung zu bieten. Auf der Straße vor den Wohngebäuden spielte das Ensemble das Stück „Oh wie schön ist Panama“ nach dem bekannten Kinderbuch von Grafiker und Autor Janosch.

Vor dem Platz vor dem Ursberger Laden mitten auf dem Gelände wurde bei strahlenden Frühlingswetter das mobile Bühnenbild aufgebaut. Es diente auch als Garderobe beim schnellen Szenenwechsel im Stück. Und zur Musik von Trompete und Getrommel auf einem alten Topf zogen Tiger und Bär in ihr Abenteuer. Auf den Balkonen der umliegenden Wohngruppen zeigten sich Bewohner und Mitarbeiter mit Schutzmasken, durch die Musik herausgelockt. Auf den Bänken vor dem Hauseingang unterhielten sich zuerst noch Menschen laut über ihren Sicherheitsabstand hinweg, begannen dann aber gefesselt zuzuhören und zu schauen. Auch von den Fenstern schauen Leute auf die Straße

Der Kleine Tiger und der Kleine Bär sind wirklich dicke Freunde. Und sie fürchten sich vor nichts, denn zusammen sind sie stark, jeder auf seine Weise. In ihrem Haus am Fluss haben sie es sehr gemütlich,  weshalb der Kleine Tiger eigentlich gar nicht fort wollte. Aber der Kleine Bär hat eine große Sehnsucht: „In Panama ist alles viel größer und schöner, weißt Du, Panama ist das Land unserer Träume!“

Mit lautem Gebrüll

Und so machen sie sich auf den Weg, natürlich auch mit der Tiger­ente. Sie treffen den Fuchs, der immer sein Buch sucht, dann den Löwen, der Kraft und Mut für das größte Glück der Erde hält und das mit lautem Gebrüll kundtut. Laut brüllen die Zuschauer mit.

Abwechselnd tragen sich der Kleine Tiger und der Kleine Bär ein Stück des Wegs, wenn sie müde wurden, freilich mit unterschiedlicher Kraft und Energie. Auf der Straße stoppen Radfahrer und Ausflügler von außerhalb der Einrichtung, die das schöne Wetter genießen wollen, und Dreiradfahrer vom Gelände des DRW gleichermaßen, um ein bisschen zuzuschauen und erst dann langsam weiterzuradeln. Der Kleine Bär hat sich inzwischen ein Boot gebaut, und mit fachkundiger Hilfe durch Zurufe aus dem Publikum schafft er es schließlich, das Segel zu setzen. 

Beim Lied „Jetzt fahr’n wir übern See, übern See“ singen und klatschen viele aus dem Publikum begeistert und laut mit. Zum Schluss gibt es Bravo-Rufe und den Wunsch nach einer musikalischen Zugabe, die auch erfüllt wird.  als Abschluss der Reise zu dem, was wichtig ist vom Kleinen Tiger und dem Kleinen Bären zu lernen: Freundschaft, Geborgenheit und Zusammenhalt.

Noch eine zweite Vorstellung wird die „Schaubühne“ demnächst in Ursberg auf der Straße vor den Wohngebäuden der Betreuten geben. Dann wird das Stück vom Meister Eder und seinem Pumuckl aufgeführt. Annette Zoepf

24.04.2020 - Behinderung , Soziales