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Friedensnobelpreisträger würdigt Franziskus

Al Gore: Papst ist "moralische Kraft" zur Lösung der Klimakrise

Der Friedensnobelpreisträger und frühere US-Vizepräsident Al Gore hat Papst Franziskus' Einsatz für den Klimaschutz gelobt. In einem Interview mit „Vatican News“ am Mittwoch in Rom zeigte sich der demokratische US-Politiker beeindruckt von der Umweltenzyklika „Laudato si“ und den Forderungen des Papstes nach einer „Nachhaltigkeitsrevolution“.

Gore, der für seinen Dokumentarfilm „Eine unbequeme Wahrheit“ einen Oscar erhielt, hob den unermüdlichen Einsatz des Papstes um Lösungen der Klimakrise hervor. Dies sei eine Inspiration für alle Engagierten auf der ganzen Welt. „Ich bin dankbar für und in Ehrfurcht vor der Klarheit der moralischen Kraft, die er verkörpert.“ Auch verweise der Papst auf die Armen, die am stärksten vom Klimawandel betroffen seien. Vor allem seine Enzyklika „Laudato si“ habe einen entscheidenden Schritt für die katholische Kirche markiert, die Welt vor dem Pariser Abkommen zu Schritten zur Bewältigung der Klimakrise zu verpflichten.

„In dieser und sehr vielen anderen Weisen war der Papst an vorderster Front, die Welt zu konstruktiven Klimamaßnahmen zu führen“, sagte Gore. Genau wie all seine katholischen Kollegen und Freunde sei er begeistert über diese Art von spiritueller Führung. „Der Papst erfüllt das Vorbild für die Führer anderer Glaubensrichtungen, über die Gefahren der Klimakrise zu sprechen und unsere Pflicht, als Verwalter von Gottes Schöpfung Lösungen zu finden“, sagte der Politiker.

Besonders „glücklich“ sei er, dass Franziskus kürzlich bei einer Konferenz im Vatikan Vertreter großer Ölproduzenten aufgerufen habe, Anstrengungen für die Produktion von sauberem Treibstoff zu unternehmen. Diese Konferenz sei ein „extrem ermutigendes Zeichen, dass der Übergang zu einer nachhaltigen Zukunft schnell Realität werden kann und kein Traum bleiben muss“, sagte Gore. „Aber wir müssen uns noch schneller bewegen, um sicherzustellen, dass dieser Übergang rechtzeitig geschieht, um die schlimmsten Folgen der Klimakrise zu verhindern.“

Als Grund für sein eigenes Engagement für Umweltschutz erklärte Gore: „Ich glaube, der Zweck des Lebens ist, Gott zu loben - und wenn wir Verachtung und Zerstörung auf Gottes Schöpfung häufen, ist das in grotesker Weise unvereinbar mit der Art, wie wir sein und leben sollten“, sagte Gore. Die Klimakrise sei die größte existenzielle Herausforderung, vor der die Menschheit je gestanden habe. Darüber hinaus sei die Hälfte aller Lebewesen auf Erden laut Biologen noch in diesem Jahrhundert vom Aussterben bedroht. „Ich glaube, als Noah beauftragt wurde, jeweils zwei einer Spezies in der Arche zusammenzubringen, um sie am Leben zu halten, galt dieser Auftrag auch für uns.“

KNA

05.07.2018 - Umwelt , Vatikan