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Sich der Verantwortung bewusst werden

Papst und Patriarch: Missbrauch der Schöpfung ist Sünde

Mit Möglichkeiten einer "radikalen ökologischen Bekehrung" befasst sich ein zweitägiger Kongress in Rom, der am Mittwoch an der Päpstlichen Universität Gregoriana begonnen hat. Eine Bekehrung sei notwendig, weil der Missbrauch der Schöpfung "sündhaft" sei, so der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I., Ehrenoberhaupt der Weltorthodoxie, in einer Videobotschaft an die Kongressteilnehmer.

Über "ökologische Sünde" sprach auch der für Entwicklungsfragen zuständige Kurienkardinal Peter Turkson in seiner Eröffnungsrede. Papst Franziskus habe den Begriff von Bartholomaios I. übernommen und in seiner Enzyklika "Laudato si" aufgegriffen. Gemeint sei ein "Bruch von Beziehungen" des Menschen zur Schöpfung, zu den Mitmenschen und zu Gott, dem Schöpfer.

Franziskus selbst nannte in seiner Grußbotschaft die derzeitige Fastenzeit den richtigen Moment, sich der Verantwortung für die Schöpfung bewusst zu werden. Jedes Geschöpf sei Objekt der Zärtlichkeit und Liebe Gottes.

Bei der Tagung, die noch bis Donnerstag dauert, beschäftigen sich Kirchenvertreter, Theologen und Naturwissenschaftler anhand des Papst-Rundschreibens "Laudato si" damit, wie auf individueller und struktureller Ebene auf mehr Arten- und Klimaschutz, Nachhaltigkeit sowie auf die Wahrung der Würde der Geschöpfe hingearbeitet werden kann.

Zu den Referenten gehören der Klimaforscher Otmar Edenhofer und die deutsche Botschafterin beim Heiligen Stuhl, Annette Schavan. Ausgerichtet wird die Tagung von der Theologischen Fakultät der Gregoriana gemeinsam mit den Botschaften Deutschlands, Georgiens und der Niederlande beim Heiligen Stuhl.

KNA

07.03.2018 - Umwelt , Vatikan