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Berlin

Giffey würdigt christlich-jüdische "Woche der Brüderlichkeit"

Zur 70. Berliner christlich-jüdischen "Woche der Brüderlichkeit" hat Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) die Veranstaltungsreihe nachdrücklich gewürdigt. Sie sei ein wichtiger Beitrag zur interreligiösen Verständigung sowie für den Einsatz gegen Antisemitismus, Rassismus und Diskriminierung, erklärte sie anlässlich der Festveranstaltung zur diesjährigen "Woche", die am Sonntag in der Synagoge Pestalozzistraße stattfand.

Die Veranstaltungen stehen in diesem Jahr bundesweit unter dem Leitwort "Fair play - Jeder Mensch zählt". Nach Angaben der Berliner Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit gibt es bis Dezember dazu zahlreiche Vorträge, Podien und Ausstellungen. An dem bereits laufenden Programm beteiligen sich viele weitere Institutionen und Einzelpersonen.

Giffey erklärte im Programmheft, das diesjährige Motto ziele auf die Rolle des Sports in der Gesellschaft ab. Es lasse sich aber auch auf Putins Angriffskrieg auf die Ukraine übertragen. Dieser sei "ein eklatanter Bruch mit den Regeln, die sich die Staaten dieser Welt für einen guten Umgang miteinander gegeben haben. Er ist menschenverachtend", unterstrich die Regierende Bürgermeisterin. Sie hoffe, dass die "Woche der Brüderlichkeit" ein "sichtbares Signal für Frieden" sende.

Der Berliner Erzbischof Heiner Koch erklärte, das Motto weise über den sportlichen Kontext hinaus. "Wir erleben insbesondere in Krisenzeiten, wie aktuell in der Corona-Pandemie, dass Anfeindungen und Gewalttätigkeiten gegen bestimmte Personen zunehmen", sagte der Erzbischof des Erzbistums Berlin. Gegen lautstarke Minderheiten "müssen wir uns aktiv zur Wehr setzen, ohne jedoch das Gespräch mit ihnen abzubrechen", forderte Koch.

Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Gideon Joffe, betonte, Antisemitismus und Rassismus nähmen gerade "in unsicheren Zeiten wieder rasant zu". Es sei "unser aller Aufgabe, dass dieser Prozess aufgehalten wird, besser noch, dass dieser Prozess umgekehrt wird".

KNA

23.05.2022 - Antisemitismus , Judentum , Politik