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Nach Hagia Sophia nun auch Chora-Kirche

Weitere Museumskirche in Istanbul zu Moschee umgewandelt

Rund einen Monat nach der Umwandlung der Hagia Sophia ist eine weitere Museumskirche in Istanbul nun wieder eine Moschee. Wie das Portal "Orthodox Times" am Freitag berichtete, ordnete der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan an, die Chora-Kirche aus byzantinischer Zeit wieder für das islamische Gebet zu öffnen.

Der Sakralbau aus dem 11. Jahrhundert ist weltberühmt für seine Mosaike und Fresken. Nach der Eroberung Konstantinopels, des heutigen Istanbul, machten ihn die Osmanen 1511 zu einer Moschee und deckten die christlichen Kunstwerke ab. 1958 erklärte der Staat die Kirche zu einem Museum und machte die Bildnisse wieder zugänglich. Das oberste türkische Gericht hatte im vergangenen Jahr die Umwandlung des Baus in eine Moschee zugelassen.

Bereits Ende Juli wurde die 1934 zum Museum deklarierte Hagia Sophia, einst die größte Kirche der Christenheit, bei einem islamischen Freitagsgebet offiziell wieder in eine Moschee umgewandelt. Der Schritt stieß international auf Empörung. Insbesondere aus Griechenland und der griechisch-orthodoxen Kirche, aber auch vonseiten der EU, USA und Russland kam heftige Kritik.

Vor der Umwandlung der Hagia Sophia hatte Ankara versprochen, die christlichen Mosaike und Fresken nur während der islamischen Gebetszeiten zu verhängen. Dazwischen sollten Besucher sie besichtigen können. Allerdings wurde in dieser Woche berichtet, die Kunstwerke seien derzeit permanent mit weißen Tüchern verdeckt.

KNA

21.08.2020 - Ausland , Christentum , Islam