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Patriarchat von Venedig:

Markusdom droht neue Hochwassergefahr

Das Patriarchat von Venedig fordert dringend "entscheidende" Hochwasserschutzmaßnahmen für den Markusplatz und den Dom. Nach den Ereignissen vom November 2019 könne die Basilika für den Herbst nicht ohne Glasbarriere auskommen, sagte Prokurator Carlo Alberto Tesserin der Zeitung "Avvenire" (Mittwoch); und weiter: "Das Projekt ist da, das Geld ist da; in drei Monaten kann die Arbeit erledigt sein."

Hintergrund des Appells sind Probleme und Verzögerungen beim milliardenteuren Flutschutzsystem Moses. Das Sperrwerk sollte die Unesco-Welterbestadt vor wiederkehrenden Überflutungen schützen, erwies sich bislang aber als unzureichend. Nun kommen wegen der Corona-Krise Finanzierungsprobleme bei der Instandhaltung hinzu.

Das Patriarchat setzt seine Hoffnungen auf einen speziellen Glaswall, der den Markusdom bis zu einem Flutpegel von zwei Metern über normal gegen Überschwemmungen sichern soll. Ursprünglich sollte die Anlage bis Herbst fertig sein. Doch auch die Finanzierung dieses Projekts mit Kosten von 3,7 Millionen Euro gestaltet sich schwierig.

Im November 2019 erreichte ein Hochwasser in Venedig 1,87 Meter, die höchste Marke seit 1966. Das Meer drang in die Krypta des Markusdoms ein und verursachte statische Probleme. Zudem richtete das Salzwasser gravierende Schäden an Mosaiken und Mauerwerk der kunsthistorisch bedeutenden Basilika an.'Der für den Erhalt des Bauwerks zuständige Fachmann sagte anschließend, die Lage sei "um Haaresbreite von einer Katastrophe entfernt" gewesen.

KNA

20.05.2021 - Finanzen , Italien , Naturkatastrophe