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Nach Beschluss des "synodalen Wegs"

Bischof Kohlgraf bezeichnet Giffey-Kritik als "verwunderlich"

Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf verteidigt die Bemühungen der katholischen Kirche um eine Aufarbeitung des Missbrauchsskandals gegen Kritik. Entsprechende Einlassungen von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) bezeichnete er in einem Facebook-Post am Mittwoch als „verwunderlich“.

Giffey hatte zuvor Taten und personelle Konsequenzen von der Kirche verlangt. Es gebe bislang lediglich eine „deklaratorische Bereitschaft, etwas zu tun“, erklärte die Politikerin. Er habe sich beim Lesen von Giffeys Aussage die Augen gerieben, sagte Kohlgraf: „Was mache ich, was machen denn die anderen Bischöfe die letzten Monate?“

Das Bistum Mainz setzte Anfang März zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs eine Beratergruppe ein, zu der auch externe Fachleute gehören. Auf Ebene der Deutschen Bischofskonferenz kündigte deren Missbrauchsbeauftragter, der Trierer Bischof Stephan Ackermann, zum Abschluss der Frühjahrsvollversammlung in Lingen neue Projekte zur Aufarbeitung, Entschädigung und Vorbeugung von Missbrauch an.

Zudem beschlossen die katholischen Bischöfe einen „verbindlichen synodalen Weg“ zur Erneuerung und zu Veränderungen der Kirche. In diesem Zusammenhang sollen der Zölibat, die Sexualmoral der Kirche und der „nötige Machtabbau“ bei Klerikern zur Debatte gestellt werden.

KNA

28.03.2019 - Bischöfe , Deutschland , Missbrauch