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"Vater für die Armen"

Stiftsbibliothek Sankt Gallen zeigt Schau über Kloster-Anfänge

Die Stiftsbibliothek Sankt Gallen widmet ihre neue Ausstellung dem zweiten Gründer des berühmten Schweizer Klosters nahe dem Bodensee. Die Schau "Vater für die Armen - Otmar und die Anfänge des Klosters Sankt Gallen" wurde am Dienstagabend eröffnet und dauert bis 17. November.

719, vor genau 1.300 Jahren, setzte der lokale Machthaber Waltram den aus Alemannien stammenden und in Chur ausgebildeten Otmar (um 690-759) als Abt ein. Otmar belebte die um 612 von Gallus (um 550-um 640) begründete Mönchsgemeinschaft neu und etablierte das Kloster als religiöses Zentrum mit wachsender Ausstrahlung, hieß es.

Dadurch erhielt es viele Landschenkungen, die ihm zu Reichtum verhalfen. Mit diesen wirtschaftlichen Mitteln richtete Otmar den Konvent auf die tätige Nächstenliebe aus. So schuf er unter anderem eine der ersten in Europa bezeugten Krankenstationen für Aussätzige.

Mit Einführung der Benediktinerregel um 747 legte er einen wichtigen Grundstein für den religiösen Aufschwung der Gemeinschaft. Im Machtkonflikt zwischen Franken und Alemannen geriet Otmar zwischen die Fronten. Am 16. November 759 starb er als Gefangener auf der Rheininsel Werd. Im 9. Jahrhundert wurde Otmar als "der soziale Heilige" Sankt Gallens etabliert.

Die Ausstellung wird am Dienstagabend vom Sankt Galler katholischen Bischof Markus Büchel und Stiftsbibliothekar Cornel Dora eröffnet. Den Festvortrag hält der Münchner evangelische Theologe Jörg Lauster.

Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie auf der Internetseite der Stiftsbibliothek.

KNA

13.03.2019 - Ausstellungen , Historisches