Unterschiedliche Vorstellungen über Reformdialog in der Kirche (Mittwoch, 06. November 2019 10:38:00) / Nachrichten / Katholische Sonntagszeitung

Synodaler Weg

Unterschiedliche Vorstellungen über Reformdialog in der Kirche

Zu dem geplanten Reformdialog in der katholischen Kirche in Deutschland gibt es unter Amtsträgern unterschiedliche Ansichten. Während der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki seine Vorbehalte gegenüber dem Synodalen Weg bekräftigte, sprachen sich Generalvikare aus zehn Bistümern in einem am Dienstag veröffentlichten Brief an den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, und den Präsidenten des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, „mit Nachdruck“ für das Vorhaben aus.

Der Brief ist von den Generalvikaren aus Trier, Münster, Berlin, Essen, Hamburg, Hildesheim, Limburg, Magdeburg, Osnabrück und Speyer unterzeichnet. Sie treffen sich den Angaben zufolge regelmäßig in dieser Gruppe zu einem kollegialen Austausch. Zuletzt ging es dabei um die Lage und Herausforderungen der Kirche in Deutschland. Bundesweit gibt es insgesamt 27 Bistümer, die jeweils einen Generalvikar als Verwaltungsleiter haben.

Woelki bekannte sich am Montagabend in Bergisch-Gladbach zu einer „breiten Beteiligung von Gläubigen“ in der Kirche. Zugleich betonte er, Entscheidungen stünden letztlich allein den Bischöfen zu. „Es gilt schon, den Eindruck zu unterbinden, es ginge um eine quasi parlamentarische Abstimmung über den Glauben.“ Papst Franziskus wolle nicht, dass kirchliche Synoden Übereinkünfte wie in der Politik anstrebten.

Die Generalvikare aus Trier, Münster, Berlin, Essen, Hamburg, Hildesheim, Limburg, Magdeburg, Osnabrück und Speyer, machten sich stark für eine Kirche, „in der Pluralität und Diversität gewünscht und erlaubt sind“. Nur wenn die Kirche Vielfalt zulasse, habe sie eine Chance, in der Gesellschaft präsent zu sein.

„Im 'Weiter-so'-Modus werden wir unserem Auftrag nicht mehr gerecht werden können“, heißt es in dem Schreiben der Generalvikare weiter. Eine grundlegende Reform der Kirche halten sie demnach für „dringend notwendig, ja für existenziell“. Zugleich werben die Unterzeichner für einen respektvollen Dialog. „Wir bitten darum, auf gegenseitige Unterstellungen oder gar den Vorwurf mangelnder 'Rechtgläubigkeit' zu verzichten.“

Die deutschen Bischöfe hatten im Frühjahr einen verbindlichen Synodalen Weg vereinbart. Dabei soll es vor allem um die Themen Macht, Sexualmoral, Lebensform der Priester und die Rolle von Frauen in der Kirche gehen. Geplant ist, dass der Reformdialog am Anfang Dezember startet.

KNA

06.11.2019 - Bischöfe , Laien , Synodaler Weg