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Nach Spahn-Vorschlag

Patientenschützer warnen vor raschem Ende der epidemischen Lage

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz warnt vor einem verfrühten Ende der epidemischen Lage in Deutschland. Es wäre gefährlich, sie "allein aus fragwürdigem politischen Kalkül" auslaufen zu lassen, sagte Vorstand Eugen Brysch. Die Corona-Pandemie sei nicht vorbei.

Zuvor hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vorgeschlagen, die epidemische Lage zum 25. November auslaufen zu lassen. Damit würde die Bundesregierung ihre Sonderrechte in der Pandemie verlieren, das Parlament müsste über jede Maßnahme abstimmen. Ein automatisches Wegfallen von Maßnahmen wie der Maskenpflicht in bestimmten Bereichen wäre damit nicht verbunden. Dennoch drohe bei einer Einzelabstimmung über jede Maßnahme auf Bundes- und Länderebene "Chaos", befürchtet Brysch.

Aktuell werden nach Angaben der Patientenschützer dreimal mehr Corona-Infizierte über 80 Jahren im Krankenhaus behandelt als vor einem Jahr. Nachdem vor zwei Wochen 176 Patienten betroffen gewesen seien, so seien es heute 475 - obwohl 84,9 Prozent dieser Altersgruppe doppelt geimpft seien. Ähnliche Entwicklungen zeigten sich in anderen Altersgruppen, mahnte Brysch: "Sogar der Anteil der infizierten Toten hat sich im gleichen Zeitraum fast verfünffacht."

KNA

20.10.2021 - Corona , Patient , Politik