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Anthony Hopkins:

Bin mir meiner Sterblichkeit bewusst

Schauspieler Anthony Hopkins (83) zeigt Selbsterkenntnis. "Früher dachte ich, ich wüsste alles besser. Ich bin inzwischen weise genug, um zu wissen, dass ich nichts weiß!", sagte der Oscar-Preisträger der Münchner "Abendzeitung". Das gebe ihm inneren Frieden. Er habe in seinem Leben einen "sehr zufriedenen, friedlichen Punkt" erreicht und sei sich zudem seiner Sterblichkeit bewusst.

Beim Dreh des Films "The Father", in dem er einen an Demenz erkrankten Mann spielt, habe ihn wie ein Hieb das Gefühl für die Vergänglichkeit des Lebens getroffen, erzählte Hopkins. "Irgendwann muss jeder sterben, und was übrig bleibt, sind Fotos und vielleicht eine Brille." Das Konzept von Zeit habe nicht viel Bestand abseits des Moments. "Ich spürte förmlich, wie vergänglich alles ist."

Die wichtigste Erkenntnis, die er im Zusammenhang mit Demenz gewonnen habe, sei "Geduld" zu haben, sagte Hopkins. Das Liebevollste, was man im Umgang mit Demenzkranken tun könne, sei kein Besserwisser zu sein, der diese Menschen mit der harten Wahrheit konfrontiere. Wenn ein Ehepartner vor vielen Jahren verstorben sei, reiche es, wenn man sage, dass er oder sie wohl bald wieder da sein werde. Man brauche Mut, diesen Menschen nicht ständig zu sagen, dass sie falsch lägen. Der Demenzkranke leide auch, aber wenigstens sei er in seiner eigenen Welt.

"Es sind die Töchter und Söhne, die anderen Familienmitglieder, die lernen müssen, damit umzugehen", erinnerte der Schauspieler. Zugleich sei es sehr schmerzhaft, dabei zuzusehen, wie ein geliebter Mensch langsam verloren gehe. "Auch mein Vater hat in den letzten Wochen seines Lebens abgebaut, und es war schrecklich, das miterleben zu müssen", erzählte Hopkins.

KNA

25.08.2021 - Gesundheit , Medien , VIP