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Pfarreien

Lukas Terschanski bewirbt sich für den Pfarrgemeinderat
Frischer Wind für die Kirche

BOBINGEN – Das junge Bobinger Kirchenmitglied Lukas Terschanski hat sich in diesem Jahr zum ersten Mal für die Wahl zum Pfarrgemeinderat in seiner Pfarrgemeinde St. Felizitas aufstellen lassen. Mit der Institution Kirche ist er seit frühester Kindheit vertraut. 

„Von klein auf bin ich mit meiner Familie in die Familiengottesdienste im Advent gegangen, ab der Kommunionvorbereitung 2013 auch regelmäßig übers Jahr in die Gottesdienste“, erzählt er. Der 17-Jährige ist als Ministrant aktiv und vertritt seit drei Jahren regelmäßig den Bobinger Mesner während dessen Urlaub. Eine Aufgabe, die Terschanski viel Freude macht: „Ich bin gerne bei den Vorbereitungen für die Gottesdienste und die großen Kirchenfeste dabei.“ Es sei eine sinnvolle Aufgabe. Man sehe, was man gemacht habe, wenn beispielsweise an Weihnachten eine schön geschmückte Kirche vor der Gemeinde liege. 

Der junge Mann hat sich auch für eine Ausbildung in der Diözese entschieden: Im bischöflichen Ordinariat lernt er Kaufmann für Büromanagement. „Ich könnte mir nur schwer vorstellen, in einem großen Industriebetrieb zu sitzen und dort zu arbeiten“, sagt er. Zu wichtig ist ihm das Leben mit und um die Kirche. Er habe auch eine Zeitlang mit dem Gedanken gespielt, Pfarrer zu werden. Aber weil er auf der Realschule gewesen sei, habe er sich entschieden, erst eine solide Ausbildung zu machen und gegebenenfalls später noch einmal die Schulbank zu drücken. 

Durch die Ausbildung im Ordinariat habe er den Vorteil, dass er die Kirche von zwei Seiten betrachten könne: als Gläubiger und hoffentlich bald Pfarrgemeinderat sowie aus der Perspektive  seiner Arbeit im Ordinariat. 

Für Terschanski ist es wichtig, die Kirche lebendig zu halten. „Das bedeutet für mich, dass im Pfarrgemeinderat ganz unterschiedliche Gruppierungen sitzen, eben auch ganz junge Menschen, so wie ich.“ Kirche könne in diesen Zeiten nur funktionieren, wenn sie jung und lebendig bleibe. Es sei wichtig, Transparenz zu zeigen und sich zu öffnen. „Jesus sagt selbst: ,Kommt alle zu mir‘“, zitiert der 17-Jährige. „Deshalb würde ich mir wünschen, dass tatsächlich alle in der Kirche willkommen sind, egal, welche Lebensform sie für sich gewählt haben. Da sollte man offen sein.“ 

Aus der Kirche auszutreten, weil einzelne Personen dort in die Schlagzeilen geraten sind, wäre für den jungen Mann kein Weg. Man müsse immer das Bild vor Ort betrachten und sich die Pfarrgemeinde dort ansehen – deren Lebendigkeit und Wirken. In Bobingen habe man da großes Glück, auch durch Pfarrer Thomas Rauch, der es verstehe, Menschen zu motivieren. 

Nicht zuletzt könne sich jeder selbst dafür einsetzen, dass Kirche eine Zukunft habe. Kirche mache nicht nur aus, in die Gottesdienste zu gehen. „Wir haben eine tolle Pfarrgemeinde, eine funktionierende Pfarreiengemeinschaft. Schwierig zu sagen, was man hier noch besser machen könnte“, meint Terschanski. Hätte er einen Wunsch frei, würde er sich dies auch für andere Pfarreien wünschen. 

Der Glaube gehört für den Jugendlichen zum Alltag ebenso dazu wie sein ehrenamtliches Engagement. „Glaube ist etwas, worauf man immer setzen kann, hier ist man zu einhundert Prozent aufgehoben“, sagt er. „Auch, wenn ich zum Beispiel das Tischgebet einhalte, ist es mein Alltag, in dem ich den Glauben lebe.“ Anja Fischer